Der Finanzsektor der Türkei befindet sich noch in der Entwicklungsphase, und den Finanzdienstleistungen steht eine Zunahme bevor, die durch ein stabiles Wirtschaftswachstum sowie sinkende Zinssätze und eine abnehmende Inflation vorangetrieben wird. Nach Angaben der türkischen Bankenaufsichtsbehörde (BRSA) hat der türkische Finanzsektor zwischen 2002 und 2010 mit einer jährlichen Gesamtwachstumsrate von rund 20 % zugenommen. Ein Anteil von 77 % der Anlagen befindet sich im Besitz der Banken, sodass der Sektor von den Banken dominiert wird. Auch der türkische Versicherungssektor entwickelt sich mit einer jährlichen Gesamtwachstumsrate von 25 % zwischen 2002 und 2010 weiterhin schnell und hat nach der Sozialversicherungsreform, in deren Rahmen die allgemeine Krankenversicherung eingeführt wurde, an Dynamik gewonnen.
Der Finanzmarkt der Türkei ist stark liberalisiert.
Die Regulierungsbehörden der Türkei erzielen seit 2001 immer bessere Ergebnisse, und die Wirtschaft hält in- und ausländischen Finanzschwankungen stand.
Die Türkische Zentralbank (CBRT) verfügt über effektive Mittel zur Aufrechterhaltung von Liquidität und Flexibilität, die als Nothilfe zum Einsatz kommen können.
Trotz der weltweiten Finanzkrise ist der Banksektor der Türkei weiterhin stabil und rentabel.
Die Finanzinstitute der Türkei waren keinen „toxischen“ Anlagen durch die Finanzkrise ausgesetzt.
Der Banksektor wies 2010 eine solide Eigenkapitalquote von 19 % auf, eine deutliche Überschreitung der gesetzlichen Grenze von 8 %.
Das Verhältnis der Verschuldung pro Haushalt zum BIP betrug 2010 17 %, während es in der Eurozone bei 66 % lag.
Die Istanbuler Börse (ISE) wurde erst 1986 eingerichtet, entwickelte sich jedoch aufgrund eines schnellen Wachstums bald zu einer der weltweit größten aufstrebenden Börsen.
Nach den BRSA-Statistiken für 2010 wuchs der ISE-100-Index der Türkei im Vergleich zu 2009 um 26 % bezogen auf den US-Dollar bzw. um 28 % bezogen auf die Inlandswährung.
Ausländische und lokale Investoren werden gleichbehandelt, und es gibt mehr als 20 Banken mit ausländischem Kapital.
Nach Angaben der ISE waren im Oktober 2011 über 60 % des Gesamtwerts der gehandelten Aktien ausländischen Investoren zuzuschreiben.
Mit dem Projekt des Finanzzentrums Istanbul soll Istanbul innerhalb von zehn Jahren zu einem regionalen Finanzzentrum und in wenigen Jahrzehnten zu einem weltweiten Zentrum werden.
Die türkische Regierung arbeitet ständig daran, das Steuersystem, die zivil- und finanzrechtlichen Gegebenheiten, die politische und die wirtschaftliche Stabilität und den behördlichen Rahmen in der Türkei zu verbessern, um finanzielle Investitionen zu fördern.
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