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BRANCHEN ::  ENERGIE

Die Türkei ist aufgrund ihres Wirtschaftswachstums in den letzten zehn Jahren zu einem der am schnellsten wachsenden Energiemärkte geworden. Das in diesem Zeitraum erfolgreich umgesetzte Privatisierungsprogramm (die Stromversorgung wird nun vollständig von Privatfirmen übernommen, während die Privatisierung der Aktiva der Stromindustrie in den kommenden Jahren abgeschlossen werden soll) hat dem Energiesektor des Landes eine höchst wettbewerbsfähige Struktur und neue Wachstumsperspektiven an die Hand gegeben.

 

Wirtschaftliches Wachstum, Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens, positive demografische Trends und das schnelle Tempo der Urbanisierung sind die wichtigsten Treibkräfte der Energienachfrage, deren Anstieg bis 2023 auf rund 7 Prozent pro Jahr geschätzt wird.

 

Einer der letzten Schritte der türkischen Regierung auf dem Weg zu einem wettbewerbsfähigeren Energiesektor, die Einrichtung einer Energiebörse, befindet sich in der letzten Planungsphase. Die Energiebörse wird nicht nur die Liveralisierung des Marktes fördern, sondern auch zur Transparenz beitragen sowie dazu, dass nach ihrer Gründung 2014 ein gesundes Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage herrscht.

 

Zusätzlich zu dem riesigen Binnenmarkt befindet sich die Türkei in einer geografisch strategischen Lage aufgrund ihrer unmittelbarer Nähe zu Energiekonsumenten und -produzenten und kann daher als regionale Energieplattform wirken. Die bestehenden und geplanten Erdöl- und Erdgaspipelines, die kritischen türkischen Engen und die viel versprechenden Funde von Kohlenwasserstoffreserven im Land, lassen der Türkei viel Spielraum in Bezug auf Energiepreise und unterstützen ihre Rolle als regionale Drehscheibe.

 

Die erneuerbaren Energiequellen - Wasser, Wind, Sonne, Geothermie und andere - sind in der Türkei ausreichend vorhanden und man rechnet damit, dass fördernde Gesetze zusammen mit günstigen Einspeisetarifen ihren Anteil am nationalen Stromnetz in den kommenden Jahren anheben werden.

 

Die Summe dieser Faktoren haben die Energiebranche der Türkei weitreichend verändert und sie zu einem der attraktivsten Investitionsstandorte der Welt gemacht. Aufgrund der Umsetzung von investorenfreundlichen Gesetzen und dem hohen Nachfrageanstieg wird die türkische Energiebranche dynamischer und wettbewerbsfähiger und zieht somit die Aufmerksamkeit von einer zunehmenden Anzahl von Investoren auf jede Komponente der Wertschöpfungskette in allen Energie-Unterbranchen an.

 

Die Gesamthöhe der Investitionen, die zur Deckung der Energienachfrage der Türkei bis 2023 erforderlich ist, wird auf rund 120 Mrd. US-Dollar geschätzt - mehr als das Doppelte der Gesamtinvestitionen im letzten Jahrzehnt.

 

Die ehrgeizigen Pläne der Türkei für das Jahr 2023, dem hundertsten Jahrestag der Republikgründung, eröffnen dem türkischen Energiesektor grandiose Ziele. Diese Ziele umfassen:

 

Steigern der installierten Stromleistung auf 120.000 MW

Steigerung des Anteils erneuerbarer Energieträger auf 30 Prozent

Maximierung des Einsatzes von Wasserenergie

Steigerung der installierten Windenergiekapazität auf 20.000 MW

Installation von Kraftwerken mit 600 MW geothermischer und 3.000 MW Solarenergie

Ausbau der Länge der Überlandleitungen auf 60.717 km

Erreichen einer Stromversorgungseinheitskapazität von 158.460 MVA

Ausbau des Einsatzes von Smart Grids

Steigerung der Erdgasspeicherkapazität auf 5 Mrd. m3

Einrichtung einer Energiebörse

Bau von Atomkraftwerken (zwei Atomkraftwerke derzeit betriebsfähig, ein drittes befindet sich im Bau)

Bau eines Kohlekraftwerks mit einer Kapazität von 18.500 MW

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